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AM ANFANG WAR DIE PUPPE

INGRID HEUSER / Wiesbaden
Reihe SOLO
Arbeiten auf Papier/ Kleinplastiken
Eröffnung: Donnerstag, 31.August, 19.00 Uhr
Einführung: Dr.Stefan Soltek, Klingspor Museum Offenbach
Cello-Konzert: Jan-Filip Tupa

Ingrid Heuser stellt die Frage „Was ist ein Körper“ in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten. Auf Papier gezeichnet oder aus Papier gemacht, begegnet uns der Mensch als Figur, Puppe, Effigie, Torsi oder auch nur als Hülle. Es sind in einem evolutionären Sinne bio-logische Wesen, die Ingrid Heuser erschafft, und sie verkörpern Schema und Charakter, Allgemeinheit und Einzigartigkeit. 

Die Puppe ist ihr ein Synonym für den Menschen, ganz wie das Ver- und Entpuppen einer Raupe, die zum Schmetterling wird. Diesen „insektischen“ Vorgang der (Ver-)Wandlung übertragt sie vom organischen auf das soziokulturelle Leben, wo das Individuum sich ebenso in Harmonie mit wie in Opposition zur Gesellschaft entwickelt.

Ihre Werke sind Substitute, menschenähnlich, märchenhaft und zerbrechlich – gleichzeitig Subjekt wie auch Ort verschiedener Partizipationen. Es sind Metamorphosen, embryonal und primitiv; der Unterschied von physisch und psychisch, männlich und weiblich ist bei ihr nur ein gradueller.

Ingrid Heuser nutzt Materialien ihres Alltags wie Wachs und Haare und steht damit in der Tradition von Joseph Beuys, von dem sie sich ebenso geprägt fühlt wie von dem japanischen Butoh-Tänzer Iwana Masaki oder den Skulpturen aus Sackleinen von Magdalena Abakanowicz.

Es finden sich Zusammenballungen von subjektbezogenen Eindrücken und stofflichem Material, reduziert auf physiognomische Anklänge. Bezüge auf Zeitschichtungen und Kulturüberlagerungen, die noch heute unsere Identität bestimmen, auf Begegnungen, Berührungen, Bruch-, Schnitt-, Scheuerstellen, die Spuren in unserem Innern hinterlassen haben. Faszination in die Zerbrechlichkeit jeder Gegenwart - Ambivalenz als poetischer Baustein. Bekenntnisse und Fragen.

Ingrid Heuser schafft Fragestellungen ohne Antworten – ein Denkraum.

Ingrid Heuser, Jahrgang 1947, studierte an der Johannes-Gutenberg-Universität Kunst, Kunstgeschichte und Ethnologie, davon zwei Semester in Indonesien. Anschließend folgte ein Stipendium an der Nihon Universität in Tokyo. Seit 1985 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Zushi und Kamakura (Japan) sowie in Shanghai (China). Seit 2004 lebt Ingrid Heuser wieder in Wiesbaden. Hier hatte sie eine Reihe von Einzel- und Gruppenausstellungen. Auch ist sie ein Teil des Künstlerduos doGO (Ingrid Heuser und Udo W. Gottfried).

2012 schuf sie das Künstlerbilderbuch „Moru und Ranu“. In fein komponierten Farbflächen und ausdrucksstarken Bildern erzählt sie darin die Freundschaft zwischen einem Wal und einem Frosch.

PHILOSOPHISCHES CAFE – LUST AM DENKEN

Leitung: Dr. Christian Rabanus, Institut für Phänopraxie,
Bellevue-Saal, Wilhelmstraße 32, 65183 Wiesbaden

Samstag, 7. Oktober 2017
Samstag, 2. Dezember 2017

Jeweils von 16.00 bis 18.00 Uhr.
Um einen Unkostenbeitrag von 5,00 € wird gebeten.

 





Bewerbungsfristen

für Stipendien

verlängert bis zum 31. 5. 2017

für Ausstellungen

bis zum 30. 6. 2017

Bewerbungen senden an:
Kunsthaus
"Bewerbung Bellevue-Saal"
Schulberg 10
65183 Wiesbaden


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